Die Anarchistisch revolutionäre Sondercharge Hubbel, kurz ARSCH, die bekanntlich prinzipiell gegen alles ist, machte auch in dieser Woche wieder von sich reden.
Während sich drei Dutzend militanter Atomkraftgegner in Richtung Norden aufmachten, um sich dem Castor zu stellen, hatte sich eine andere Aktionsgruppe der Bewegung, die sich gegen eine Beteiligung an den Protesten ausgesprochen hatte, bereits auf Rübsams Acker in Stellung gebracht, um die Demonstranten aufzuhalten.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse kam es auf Rübsams Acker zu einer regelrechten Schlammschlacht, in deren Verlauf Freund und Freund nicht mehr auseinander gehalten werden konnten.
Gegen Abend beschlossen beide Gruppen, wieder in ihre Basis zurückzukehren, ein von ihnen besetztes, baufälliges Gebäude, dass die Stadt Tiefenbach ihnen vor drei Jahren geschenkt hat.
Dort angekommen wurden sie von einer dritten Aktionsgruppe, die prinzipiell gegen jede Art der Demonstration ist, mit Kakao und Gebäck begrüßt und bekamen zur Erinnerung an den erfolgreichen Tag jeder einen zwischenzeitlich gestrickten Schal überreicht.
Für nächste Woche hat die Gruppe eine Demonstration gegen den schlechten Zustand von Bauer Rübsams Feld angekündigt. Eine Gruppe Gegendemonstranten, ebenfalls von ARSCH, kündigte bereits heftigen Widerstand an.
Die aktionsfreie Gruppe wird zur gleichen Zeit einen Flohmarkt veranstalten, auf dem allerdings nichts verkauft werden soll, weil man sich dem Euro nicht unterordnen will.
Die Gemurkschaft der Polizei weist Vorwürfe von sich, dass es während der Demonstrationen gegen die Castor-Transporte zu übertriebener Gewalt seitens der Polizei gekommen sei. Gemurkschaftssprecher Willi Wiesel dazu: "Bei dem besonders kritisierten Fall, bei dem eine scheinbar unbewaffnete Frau von 3 Beamten attackiert wurde, handelte es sich um Notwehr gegen einen terroristischen Angriff. Die Frau führte zwei Flaschen Mineralwasser im Rucksack bei sich, mit deren Hilfe sie die Polizeibeamten ertränken wollte. Angesichts der Tatsache, dass die gefährliche Flüssigkeit Kohlensäure enthielt, kann sogar von einem geplanten Säureangriff auf die Beamten ausgegangen werden."
In einem weiteren Fall beschwerte sich ein Fotoreporter darüber, hinterrücks von einem Polizisten geschlagen worden zu sein. Einsatzleiter Berhnardt Haudrauf dazu:
"Das Bild wirkt auf den ersten Blick belastend. Allerdings gab der betroffene Beamte mittlerweile zu Protokoll, dass der Journalist hinterrücks von einem Waldspecht attackiert wurde, der sich in seiner Ruhe gestört fühlte. Der Polizist griff daraufhin zum Schlagstock, um den Journalisten zu schützen. Dass dabei der Kopf des Reporters geringfügig in Mitleidenschaft gezogen wurde sei bedauerlich, wäre aber nicht zu verhindern gewesen."
Auch der Leiter der Reiterstaffel, Hannes Huflos, wehrte sich gegen den Vorwurf, die Beamten hätten wahllos Demonstranten niedergeritten.
"Unsere Pferde spielen in ihrer Freizeit mit weißen Fußbällen", erklärte der Polizeihauptmeister. "Nach mehreren Tagen durchgehendem Stress haben sich die Pferde durch die weißen Overalls einfach dazu hinreißen lassen, eine Pause einzulegen und sich bei einer Runde Fußball zu entspannen. Warum haben die Demonstranten sich auch hingelegt und zusammengerollt? Die Folge davon war doch abzusehen."
Gegen die Anzeigeerstatter wird jetzt wegen falscher Anschuldigungen ermittelt. Sie werden wahrscheinlich dazu verurteilt, die Beamten beim nächsten Castor-Transport mit Kaffee und Gebäck zu versorgen.